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„Ästhetik im Fokus“
Gesundheitsführer der Ruhrnachrichten, 18.06.2013, von Nina Vogt

Falten unterspritzen, die Brust verkleinern oder auch vergrößern, Fett absaugen – die Plastische Chirurgie hält heutzutage viele Möglichkeiten bereit, Makel, die oft das Selbstbewusstsein beeinträchtigen, zu minimieren oder beseitigen. Gerade weibliche Chirurginnen kennen sich mit den Problemzonen aus, die Frauen heutzutage zu einem Eingriff bewegen. Dr. Michaela Montanari, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, spricht über häufige Eingriffe und neue Themen.

Frau Dr. Montanari, Sie sind eine der wenigen Frauen, die im Bereich der Plastischen Chirurgie tätig sind. Kennen Sie Zahlen, die das belegen?

Die Chirurgie war lange eine Männer-Domäne. Dieses und eine sehr lange Ausbildung sind sicher der Grund, warum es wenige Plastische Chirurginnen gibt. In unserer Fachgesellschaft, der DGPRÄC, werden in Deutschland 1400 Mitglieder geführt. Nach aktueller Datenlage gibt es 18 Plastische Chirurginnen im Gegensatz zu 92 Männern in den Praxen von Nordrhein-Westfalen.

Was hat Sie denn zu der Entscheidung bewogen, in diesen Bereich zu gehen?

Schon im Studium habe ich festgestellt, dass ich sehr gern operiere. Daher bin ich zuerst Fachärztin für Chirurgie geworden. Zudem habe ich sehr viel Freude an allem Künstlerischen und Ästhetischen. So kam ich zur Plastischen und zur Ästhetischen Chirurgie.

Glauben Sie, dass Sie als Frau für diesen Beruf Eigenschaften mitbringen, die Patienten besonders schätzen?

Jeden Tag erlebe ich, dass viele Frauen, gerade wenn es um den Brust- oder den Intimbereich geht, gern zu einer Frau zur Beratung und Behandlung kommen. Von Frau zu Frau eben. Es gibt zudem viele Patientinnen, die beispielsweise zum Thema Faltenbehandlung gern die Meinung einer Frau hören wollen. Allerdings gilt das auch für manche Männer.

Sie sind auch Mitglied der neu gegründeten Gesellschaft für ästhetische und rekonstruktive Intimchirurgie. Wird dieses Feld Ihrer Tätigkeit heutzutage immer mehr enttabuisiert?

Ich glaube, dass dieses Thema durch die Medien heute vor allem viel präsenter geworden ist. Man legt heute eben viel mehr Wert auf Ästhetik. Gesicht, Brust und Körper – das waren Bereiche, zu denen man sich bereits öffentlich bekennen konnte. Und irgendwann ging es dann eben auch noch einen Schritt weiter in den Genitalbereich. Dabei spielt sicher auch die Intimrasur, die heute sehr en vogue ist, eine Rolle. Daher glaube ich, dass dieses Thema wirklich immer mehr aus dem Tabubereich herauskommt. Die Nachfrage ist mittlerweile sehr groß. Viele Patientinnen leiden schon seit vielen Jahren unter belastenden Problemen, und auch der rein medizinische, nicht ästhetische Bereich trägt zu den nicht unerheblichen Behandlungszahlen stark bei.

Gibt es derzeit Eingriffe, die sehr stark nachgefragt sind, oder Körperbereiche, auf die Patienten vielleicht sehr stark achten?

Die Brust ist und bleibt ein wichtiger Bereich – wobei es hier natürlich nicht nur die ästhetische Komponente gibt, sondern auch die medizinische. Das heißt: angeborene Fehlbildungen, eine Rekonstruktion nach Brustkrebs oder eben auch Brustverkleinerungen. Das Gesicht ist ein weiteres großes Thema. Denn es ist eben das, was anderen als erstes ins Auge sticht, und das, was ich jeden Morgen im Spiegel betrachte – gerade die Augenpartie. Also sind Schlupflideroperationen beispielsweise stark nachgefragt. Man erreicht damit, dass das Auge weiter ist und die Patientin gleich frischer aussieht. Zum Sommer hin sind natürlich auch Fettabsaugungen ein Thema, ebenso wie Bauchdeckenstraffungen – gerade nach einem hohen Gewichtsverlust. Die Nachfrage ist also teils auch ein wenig saisonal bedingt.

Sie sprechen das Thema Brust an. Hat man nach dem Skandal mit defekten Implantaten gemerkt, dass es eine gewisse Zurückhaltung bei den Patientinnen gab?

Wenn es Zurückhaltung gegeben hat, so habe ich sie nicht festgestellt. Ich denke, es ist wichtig, sich immer vorher damit auseinander zu setzen, mit welchen Firmen man zusammenarbeitet. Ich habe mir zum Beispiel sogar eine deutsche Herstellerfirma, mit der ich zusammenarbeite, selbst angeschaut, konnte sehen, wie die Implantate hergestellt werden. Ich setze auf zwei Firmen, die eine Garantieleistung auf die Implantate geben, und das finde ich wichtig. Die Patientinnen fragen durchaus genau nach und sind vorsichtig, aber einen Einbruch gab es nicht. Diese Vorsicht ist ja auch gut, es handelt sich schließlich immer noch um einen operativen Eingriff, bei dem es Risiken gibt.

Anti-Aging ist in aller Munde – und somit auch die Faltenunterspritzung. Worauf sollte ich als Interessentin achten?

Es gibt eine Vielzahl von Produkten auf dem Markt. Bei mir stehen immer die gesundheitliche Unbedenklichkeit und das kosmetische Ergebnis als Einheit im Mittelpunkt. Ich gebe deutschlandweit Kurse für Ärzte und bin als Radiesse-Kompetenzzentrum ausgezeichnet worden. Diese Auszeichnung erhalten nur Ärzte, die eine bestimmte Anzahl an Eingriffen im Jahr durchführen. Auch kümmere ich mich um Patienten, die aus ganz Deutschland zu mir kommen, um Komplikationen mit einem Füllmaterial zu beheben. Denn früher gab es permanente Füllmaterialien, die teilweise schwere, langanhaltende Komplikationen verursachen.

Welche Füllmaterialien nutzen Sie also heute?

In erster Linie natürlich Hyaluronsäure. Sie kommt natürlicherweise in der Haut vor und sorgt für ausreichende Wasserspeicherung. Als Präparat in die Falten injiziert, baut sie sich nach und nach von selbst wieder ab. Außerdem verwende ich Radiesse, ein Präparat, das die eigene Kollagensynthese aktiviert und auch wieder komplett abgebaut wird. Und für Flächenbehandlungen gibt es den so genannten Dermaroller, einen Roller mit kleinen Nädelchen, den man über die Haut rollt. So kann man einerseits die eigene Kollagenbildung stimulieren und andererseits aktivierende Substanzen in die Haut einbringen. Für mimische Falten verwende auch ich Botulinumtoxin, allen bekannt als Botox.

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Quelle: Gesundheitsführer der Ruhrnachrichten, 18.06.2013, von Nina Vogt